Silberfische

Das Silberfischchen

Das Wichtigste in Kürze
Silberfischchen in der Wohnung zeigen an, dass es stellenweise feucht ist, sie können sich nur bei genügend grosser Luftfeuchtigkeit massenhaft entwickeln. Deshalb müssen Sie bei Silberfischchen-Befall die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung senken. Beim Lüften ist es wichtig, dass Sie im Winter die Fenster nicht angekippt lassen sondern mehrmals pro Tag Stosslüftungen durchführen.

Aussehen
Das Silberfischchen (Lepisma saccharina) ist ein silbergraues, flügelloses Insekt mit einem 7 – 11 mm langen Körper, der sich nach hinten verengt. Am Kopf sitzen zwei Fühler, am Hinterende drei Schwanzanhänge. Die Körperoberfläche ist mit feinen silbergrauen Schüppchen überdeckt. Schon kleine Larven sehen wie die ausgewachsenen Silberfischchen aus.

Silberfisch

Bedeutung und Lebensweise
Silberfischchen sind feuchtigkeits- und wärmeliebende Nachtlebewesen, die im Haus an feuchtwarme Standorte wie Bad, Küche und Waschküche gebunden sind. Sie kommen aber auch im Freiland vor, beliebt sind Vogel und Wespennester. Tagsüber leben sie versteckt in dunklen Spalten, Ritzen oder hinter Sockelleisten und losen Tapeten. Nachts gehen sie auf Futtersuche. Sie fressen bevorzugt stärke- und zuckerhaltige Stoffe wie Zucker, Mehl und sogar Leim von Büchern oder Tapeten. Auch proteinhaltige Nahrung wie tote Insekten, Hautschuppen oder ihre eigene, abgestreifte Haut und Textilien wie Baumwolle, Leinen und Seide werden nicht verschmäht. Sie können jedoch auch mehrere Monate hungern, ohne Schaden zu nehmen.

Entwicklung
Silberfischchen brauchen zum Erwachsen werden mindestens vier Monate, in Wohnungen dauert es normalerweise beträchtlich länger, bis zu drei Jahren. Aus den Eiern schlüpfen kleine Silberfischchen, die bis auf die fehlende, silbrige Beschuppung wie die ausgewachsenen Tiere aussehen. Die silbrige Beschuppung erscheint nach der dritten Häutung. Nicht nur die Jungtiere häuten sich, sondern auch die geschlechtsreifen Erwachsenen, die bis zu drei Jahre alt werden können. Während dieser Lebenszeit kann ein Weibchen 1500 bis 3500 Eier ablegen.

Schaden
Silberfischchen rufen bei vielen Menschen ein unbehagliches Gefühl hervor, wenn sie in Badewannen oder Waschbecken oder an ähnlichen Orten aufgefunden werden. Meistens sind sie bei der Suche nach Wasser in der Wanne oder im Becken gelandet und kommen dann nicht mehr hinaus. Durch den Wasserablauf können sie nicht tauchen.

Sie fressen an etikettierten Schachteln, geklebten Tüten und Tapetenkleister. Sie nagen auch an Papier, das mit Mehlkleister oder tierischem Leim geklebt ist. So können sie an Büchern, Bildern, Tapeten, Zeichnungen und Dokumenten Schäden anrichten. Der Frassverlust bei Lebensmitteln ist gering. Vereinzelt auftretende Silberfischchen richten selten Schaden an.

Vorbeugung
Eine gute Belüftung und Heizen senken die Luftfeuchtigkeit, die die Tiere benötigen. Beim Lüften empfiehlt es sich, mehrmals pro Tag für kurze Zeit alle Fenster zu öffnen (Stoss- oder Querlüften). Dauernd offene Kippfenster sind vor allem im Winter ungünstig. Die Böden sollten nicht zu oft und nicht zu feucht aufgenommen werden. Das Verfugen von Ritzen und Spalten nimmt ihnen die am Tage benötigten Schlupfwinkel. Vermeiden Sie Teppichböden im Badezimmer. Regelmässiges Staubsaugen in dunklen Schlupfwinkeln kann vorhandene Populationen reduzieren. Wenn Silberfischchen im Küchenbereich vorkommen, sollten Sie stärke- und zuckerhaltige Nahrungsmittel dicht verpackt aufbewahren.

Wertvolle Dokumente, Bücher, Bilder usw. sollten Sie trocken lagern. Silberfischchen können sich auch auf Flachdächern aufhalten und immer wieder in Wohnungen eindringen. Vogelnester sind bevorzugte Aufenthaltsorte für Silberfischchen aber auch für weitere Schädlinge. Wenn Sie leere Vogelnester am Haus entfernen, beugen Sie einem Befall vor.

Bekämpfung
Bei punktuellem Auftreten von Silberfischchen können Sie insektizide Sprays in Ritzen, Spalten und bei Sockelleisten einsetzen. Zusätzlich müssen Sie die oben erwähnten vorbeugenden Massnahmen ergreifen. Sie können Silikatstaub – ein natürliches Produkt – in Ritzen und Spalten streuen, falls die Feuchtigkeit dort nicht zu gross ist. Starke Feuchtigkeit oder Nässe inaktiviert den Silikatstaub und es stellt sich kein Bekämpfungserfolg ein. Bei Neubauten oder bei grossflächigem Befall in mehreren Wohnungen empfehlen wir, eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma beizuziehen.